Ein gutes Leben

 

Ist es ihnen eigentlich bewusst, was für ein schönes Leben sie führen?
 
Wenn sich beim Lesen dieses Satzes Widerstand in ihnen regt, dann lesen sie bitte folgende Geschichte und denken sie erneut über meine Aussage nach…
 
In der Toskana erzählt man sich die Geschichte eines Mannes, der sehr, sehr alt wurde, weil er ein Leben voller Freude geführt hatte.
 
Er verließ niemals das Haus, ohne sich vorher eine Hand voll Bohnen in die Tasche zu stecken. Er tat dies nicht etwa, um die Bohnen zu kauen. Nein, er nahm sie mit, um so die schönen Momente des Tages bewusster wahrzunehmen und um sie besser zählen zu können.
 
Das machte er täglich:
 
Für jede positive Kleinigkeit, die er tagsüber erlebte, das Lachen der jungen Frau gegenüber, ein schönes Essen, einen schönen Sonnenuntergang, einen glänzenden Apfel, die Zigarre beim Plausch mit einem Bekannten, einen schattigen Platz in der Mittagshitze, ein Glas guten Weines…
 
Für alles, was seine Sinne erfreute, ließ er eine Bohne von der rechten in die linke Jackentasche wandern. Manchmal waren es gleich zwei oder drei. Abends saß er dann zu Hause und zählte die Bohnen, die er in die linke Tasche gesteckt hatte. Es war nicht nur ein reines Zählen. Nein, er zelebrierte diese Minuten regelrecht. Dabei führte er sich alles Schöne vor Augen, das ihm an diesem Tag widerfahren war und er freute sich - es hatte sich zu leben gelohnt.